Merkels AffA�ren. Oder: Wieso Social Media keine Rolle mehr spielt.

Die NSA-AffA�re zieht doch erstaunliche Kreise. Wie in der letzten Woche schon einmal ausgefA?hrt, wird es Merkel zwar aussitzen, aber es scheint ihre schwerste innenpolitische Krise bis dato zu werden. Die Medien springen zunehmend auf, sogar Gabriel hat kurz gezuckt und mal angemerkt, dass die Koalition vielleicht an der NSABND-AffA�re zerbrechen kA�nnte. Der NSA-Untersuchungsausschuss wird traktiert und relativ peinlich und dilettantisch von Vertreter_innen der Bundesregierung gestA�rt. Und die Netzgemeinde ™ ist auch wieder dabei:

http://www.ist-angela-merkel-kanzlerin.de/ heiAYt die neue Kampagne. Das Hashtag ist #nochkanzlerin und es gibt Facebook und Twitter und so weiter.

Ergebnis: Likes bei Facebook: 21 (inklusive mir, die das natA?rlich aus Recherchezwecken verfolgt)Screen Shot 2015-05-11 at 10.48.18

Unter dem Hashtag #nochkanzlerin kommen Tweets in fast schon homA�opathischer Dosis:https://twitter.com/search?q=%23nochkanzlerin&src=typd&vertical=default&f=tweets und Gabriel hat im Heute Journal am Samstag hA�chstpersA�nlichst die AffA�re um Merkel zu beenden versucht. Was blieb? Die Piraten, die sich mit KlappstA?hlen fA?r die Medien als Symbolbilder eines Protestes hingaben, der komplett irrelevant ist.

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Das, was bei Guttenberg damals so gut funktionierte – verpufft. Das mag daran liegen, dass eine Doktorarbeit zu fA�lschen skandalA�ser – weil konkreter, weil individueller – ist, als die Geheimdienste nicht im Griff zu haben und das auch gar nicht zu wollen. Das mag daran liegen, dass Guttenberg wesentlich mehr AngriffsflA�che geboten hat, als es Merkel jemals tun wA?rde. Oder es mag daran liegen, dass Kritik an Merkel meistens lahm ist, irgendwie seltsam und meistens einfach wirklich …. dA�mlich und uninformiert. Auf der einen Seite wird Merkel als Chefin attackiert – was auch richtig ist -, auf der anderen Seite werden von ihr Konsequenzen gefordert, die absolut nicht realistisch sind, mehr noch: Die fA?r geschulte Augen absolut lachhaft sind. Die Welt ist kompliziert und das verunmA�glicht auch eine substanzielle Kritik an Merkel. Auch eine Neuwahl wA?rde nichts A�ndern. Im Gegenteil: Gabriel wA?rde sich so peinlich machen, dass Merkel entweder schwarz-grA?n machen oder eben gleich die absolute Mehrheit holen wA?rde. Die Opposion strampelt sich jetzt schon ab und seit neustem stellt nun die CDU (!) die Koalition in Frage. Siggi hat es mal wieder versemmelt.url

Es kA�nnte aber auch daran liegen, dass die Schlagkraft der Netzgemeinde(tm) in den letzten 4 Jahren erudiert ist. Es haben sich GrA?ppchen gebildet, die nur bedingt wissen, warum sie sich nicht leiden kA�nnen, Streit und A�rger allerorten, Boykott von Menschen und Inhalten, fehlende SolidaritA�t aus hanebA?chenen GrA?nden, eine komplett zerlegte Piratenpartei, zunehmender RA?ckzug aus einem aktivistischen Feld und erschA�pfte Leute, die das reflexartige EmpA�ren satt haben. Das, was Social Media mal auszeichnete – eine GegenA�ffentlichkeit – ist quasi komplett verschwunden und alte Machtzentren haben sich im Netz etabliert. VorlA�ufiger HA�hepunkt: Die krasse und offensichtliche Machtdemonstration von Springer, Christopher Lauer solange mit Geld zuzuscheiAYen, bis er sich kaufen lA�sst. Jetzt sitzt ein Springerlobbyist fA?r die Piratenpartei/Netzgemeinde(tm) im Parlament und vertritt schwachsinnige Gesetze.

Die Netzgmeinde(tm) – die es natA?rlich nie wirklich gab, wie das Yasmina immer schon sagt – ist ein Sammelbegriff, unter dem sich lange einige Menschen versammelt haben, um schlagkrA�ftiger aufzutreten. Und das klappte von 2009-2011 auch ganz ok. Aber seitdem ist Schluss. Und das sind gute Nachrichten fA?r Teflon-Merkel. AuAYerdem: ab dieser Woche ist ja auch wieder das Drama zwischen Merkel und Putin an der Reihe. Schnell Thema setzen, bevor die Leute doch noch Social Media gegen sie einsetzen.

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